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Es war einmal... ...zur Anfangszeit unserer taucherischen Karriere. Wir waren wieder auf unserer Lieblingstauchbasis Fan-Diving, El Hierro zu Gast. Zwei Wochen Ferien haben wir uns zur Erholung gegönnt. Zwei Wochen einfach nur abtauchen. Es war eine Zeit mit vielen Begegnungen mit besonderen und manchmal auch sonderbaren Vertreter der Taucher Spezies. Sie ist uns schon früh zu Beginn unseres Urlaubs aufgefallen: Eine, sagen wir mal nicht ganz optimal proportionierte Taucherin. Oder mathematisch ausgedrückt: Das Verhältnis von Höhe und Breite = 1.
Naja, übertreiben möchten wir auch nicht, aber sie hatte schon so ihre Mühe, sich in den Neopren zu quetschen. Die gute Dame hinterliess auch einen bleibenden Eindruck mit vielen Anekdoten. Und wir möchten nicht jene erzählen, als sie sich jedes Mal (ohne selber auch das geringste dazu zu tun) vom Guide aus dem Wasser ins Boot hieven liess (Es sah wirklich wie Tunfischangeln aus). Nein, es gibt noch eine ganz andere Geschichte über unsere Taucherin zu erzählen:
Fast jeder Taucher hat eines: Das Tauchermesser. Oder zu mindest ein Werkzeug, mit dessen Hilfe sich man im Notfall von einer verhedderten Leine oder Netz sich im Notfall losschneiden kann. Die einen haben ein kleines Messer, welches am oder im Jacket dezent montiert oder versorgt ist, andere Tragen es um den Oberschenkel oder wie die Kampftaucher am Bein. Und je nach Tauchverband lernt man es auf die eine oder andere Weise. So erkennt man einen PADI- oder SSI-Taucher auch daran, dass er den Schnorchel an der Maske trägt, der CMAS-Taucher trägt Schnorchel und Messer am Bein. Ja, und es gibt auch Taucher die haben weder Schnorchel noch Messer mit dabei... Egal.
Kommen wir wieder zurück zu unserem untersetzen Tunfisch: Es fiel uns gleich auf. Es war dominant. Es stach gerade zu ins Auge: Es war wohl das grösste Tauchermesser seiner Vertretung. Es reichte vom Knöchel bis knapp über das Knie. Ehrfürchtige Blicke... Rambo wäre neidisch gewesen. Wir fragten uns natürlich insgeheim, warum und wozu die Gute denn so ein Messer braucht? Klar, ihr Mann war ein begeisterter Hobby-Angler, da könnte vielleicht eine Verbindung zwischen Fisch- und Tauchermesser bestehen. Vielleicht benutzte sie ja auch das Messer als Fussblei, damit sie besser austariert im Wasser lag? Wir werden es herausfinden. So wurde sie von uns und den anderen Tauchgästen immer wieder aufmerksam beaugapfelt.
Nach zwei Tagen bemerkte sie unsere immer noch sehr erstaunten Blicke beim "Anrödeln" in der Tauchbasis: "Tolles Messer, nicht?" fragte sie uns. Naja, toll... man könnte es einfach als gross bezeichnen, schoss es uns durch den Kopf. "Jaja", meinte sie, seit meinem Schockerlebnis trage ich das Messer immer bei mir. Ich möchte ja nicht als Wasserleiche enden" Nun hatte sie unsere Aufmerksamkeit voll und ganz. Natürlich mussten wir gleich nach dem Schockerlebnis fragen und dachten dabei an Horrorszenarien wie sie eigentlich nur im Film vorkommen können: Angriff durch einen weissen Hai oder der Riesenkrake, der mit seinen Fangarmen einem an der Gurgel packt und sich als Nachspeise einverleiben möchte.
Nichts mit Hollywood - nee, es kommt noch viel dicker: "Ja, ich war mal mit meinem Buddy unterwegs und der hatte an seinem Octopus (zweiten Atemregler) einen seeeehr langen Schlauch. Und einmal war ich mit ihm unterwegs und verhedderte mich mit meinen Flossen darin. Ich geriet dann in Panik und dachte ich müsste ertrinken. Seither trage ich immer das Messer mit mir mit, dann kann ich mich im Notfall davon befreien". Sprach und verschwand aus der Tür zum nächsten Tauchgang. Unsere Gesichtsschublade viel nach dieser Aussage gleich einen Stockwerk tiefer. Vielleicht dachte sie, wir wären von dieser verblüffenden Idee sprachlos geworden. Doch unsere Sprachlosigkeit hiess ganz klar: ab sofort wird über unter Wasser einen Sicherheitsabstand von 1000km eingehalten...
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