|
Geschrieben von: Administrator
|
|
Donnerstag, 02. April 2009 um 22:02 Uhr |
|
Ein Manta. Wohl eines der faszinierendsten Lebewesen, welches man als Sporttaucher unter Wasser begegnen kann. Majestätisch, mystisch, elegant.. - es gibt viele Wörter, mit welchen man die Begegnung mit einem Manta bezeichnen könnte. Einfach gesagt: Wohl eines der grössten Highlights, das man unter Wasser erleben darf. Vor allem auf El Hierro. Im Gegensatz zu anderen Destinationen, wo Mantasichtungen schon fast zur Tagesordnung gehören, ist dies in El Hierro eher selten der Fall.
Wir sind also unterwegs zu einem unseren Lieblingstauchplätzen. Einer Felsnadel, die von 40m Tiefe bis auf etwa 10m unter die Wasseroberfläche ansteigt. Die Felsnadel steht auf einem abfallendem Gelände mit schwarzem, sandigen Untergrund. Die Nadel ist übersäht mit zahlreichen Ritzen, Spalten und kleinen Höhlen, welche zum Forschen geradezu einladen. Ab ca. 35 Tiefe kann man auch einige Schwarzkorallen bewundern. Am Grund entdeckt man hie und da grosse Stechrochen. Ein kleines Abendteuer stand uns also kurz bevor.
Vor dem Abtauchen entdeckten wir viele Zackenbarsche, die in der leichten Strömung vor der Felsnadel auf der Jagd waren. Wir waren sechs Taucher plus Guide. Nach dem standesgemässen Briefing liessen wir uns "reinplumpsen" und tauchten anschliessend ab. Den Blick immer wieder nach oben, denn wie sagte doch Günter? "es schwimmt immer wieder mal was Grosses vorbei". Wir tauchten ab bis 40m Tiefe und besuchten tatsächlich den vorhergesagten Stechrochen und posierten vorsichtig bei den Schwarzkorallen zum Fotoshooting. Blick nach oben... - nichts. Also weiter um die Felsnadel. Ah - ein Bärenkrebs. Ein paar schöne Foto's und Blick nach oben... - wieder nichts. Also weiter zu der Grossfamilie der Gespensterkrabben. Auch da wieder ein tolles Fotoshooting. Und anschliessend natürlich den Blick nach oben... - naja immer noch nichts. Also machen wir ein paar Makroaufnahmen von den Drachenköpfen.
Vorsichtig anschleichen und behutsam mit der Tauchlampe umgehen. Das Objekt der Begierde präsentiert sich wunderbar: Senkrecht an der Felswand mit dem Kopf gegen Grund. Also schön von unten leicht seitlich anleuchten und den Fotoapparat an der selben Stelle positionieren. Das muss ein super Fotowerden. Doch plötzlich rüttelte etwas wie wild an Michi's Flossen. Er drehte sich erschrocken um und sah in die Augen eines aufgeregten Guides. Günter zeigte auf Michi, dann auf seine eigenen Augen, deute die Zahl zwei an und zeigte nach oben. Was in etwa heisst. Du schaust nach oben, denn da sind zwei.... MANTA's! Wie ein Blitz durchzuckte es Michi. Nichts mehr war wichtig. Kein Guide, kein Drachenkopf nur noch die beiden Manta's und... - oooops. Wo ist wohl Michi's Buddy? Ein Blick zurück und er sah, dass Günter schon bei Daniela angelangt war und ihr das gleiche andeutete. Nochmals Glück gehabt Michi - gell?
Die Manta's schwammen majestätisch in Formation etwa auf der Höhe der Spitze der Felsnadel. Wir stiegen bis zu ihnen auf und versuchten mit ihnen mitzutauchen. Die beiden Mantas waren für uns aber schlicht zu schnell. Doch auch die für uns fremde Wesen waren an uns interessiert. So zogen sie ihre Kreise rund um den Felsen und kamen immer wieder zu uns zurück und drehten bei uns sogar eine Ehrerunde. Manchmal schwammen sie über, dann neben und auch unter uns hindurch. Sie kamen bis auf 1-2 Meter Distanz an uns heran. Günter deutete uns an, dass wir mit den Mantas noch ins Blauwasser hinaustauchen wollen. Schnell nochmals den Kompass und das Finimeter kontrolliert und schon waren wir im unendlichen Blau: Günter, wir Beide und die Mantas. Die übrigen Taucher blieben bei den Felsnadel.
Über 10 Minuten lang waren wir mit den Mantas alleine im Blauwasser und beobachteten, fotografierten und filmten das einmalige Erlebnis. Zum Schluss kamen die beiden Mantas nochmals ganz dicht an uns heran, als wollten sie auf Wiedersehen sagen. So war es dann auch. Die Mantas drehten ihre Runden weiter und entfernten sich dabei immer weiter von uns. Per Kompass ging es dann zurück zur Felsnadel. 50Bar hatten wir am Ankerseil. Höchste Zeit den Saftystop einzulegen und anschliessend zügig auszutauchen. Das war einer schönsten Erlebnisse unserer Tauchkarriere.
Hier folgt noch ein embedded Film von Youtube...
|
|
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 02. Mai 2009 um 18:06 Uhr |