Der S.A.T. (Self‑contained Antenna Tracker) von CSN Technologies gehört für mich schon seit Jahren zu den kleinen Helfern, die man im Shack schnell nicht mehr missen möchte. Das kompakte All‑in‑One‑Gerät nimmt einem beim Betrieb von Amateurfunksatelliten jede Menge Arbeit ab: Es berechnet die Satellitenbahnen in Echtzeit, steuert automatisch den Antennenrotor zur exakten Nachführung und kümmert sich ganz nebenbei auch noch um die Doppler‑Korrektur am Funkgerät.
Besonders angenehm: Der S.A.T. arbeitet vollkommen autark. Gesteuert wird alles über eine integrierte Weboberfläche per WLAN – ganz ohne komplizierte PC‑Installationen oder zusätzliche Satelliten‑Software. Einschalten, verbinden, loslegen.
Funktional ja – Grafik eher nein
Da ich ziemlich experimentierfreudig bin, wechseln bei mir im Shack Rotor‑Interfaces und Tracking‑Programme hin und wieder. Der CSN S.A.T. ist dabei ein treuer Begleiter und seit mehreren Jahren fest im Einsatz.
Die Weboberfläche war für mich allerdings immer ein klassischer Fall von „funktional, aber eben auch sehr funktional“. Alles da, alles logisch – nur optisch eher Zweckbau als Designobjekt. Vermutlich werkelt im Inneren „nur“ ein ESP32, und dafür war die Performance absolut in Ordnung. Für den sogenannten Fancy Look hatte ich bislang einfach andere Programme im Einsatz.
Bis jetzt.
Update 9.186: Clever gelöst
Mit dem Update auf Version 9.186 hat CSN einen richtig cleveren Weg eingeschlagen. Die aufwendigen grafischen Darstellungen werden nun nicht mehr vom Tracker selbst erzeugt, sondern von einem externen Server aus dem Netz geladen.
Die Idee dahinter ist vermutlich ganz pragmatisch: Wer den S.A.T. draussen im Feld oder portabel betreibt, braucht keine hochauflösenden Grafiken. Im heimischen Shack mit stabilem WLAN und großem Bildschirm sieht das aber ganz anders aus – und genau dort spielt das neue Konzept seine Stärken aus.
Doch beginnen wir zuerst noch bei einer internen Grafik-Verbesserung:
Endlich da: Die Multisat‑Übersicht
Die erste sichtbare Verbesserung kommt allerdings ganz ohne Internet aus – und war ein lang gehegter Wunsch vieler Nutzer: die Multisat‑Übersicht.
Bisher konnte auf der Weltkarte immer nur der gerade verfolgte Satellit angezeigt werden. Mit dem neuen Update lässt sich nun eine Favoritenliste anlegen, über die mehrere ausgewählte Satelliten gleichzeitig dargestellt werden. Gerade bei der Pass‑Planung ist das ein echter Mehrwert und spart so manchen Blick in externe Tools.
Ein Richtungszeiger zeigt an, wohin die Reise der kleinen Erdtrabanten geht. So bleibt die Übersicht aufgeräumt und die wesentlichen Informationen sind auf einen Blick verfügbar.
3D View – der eigentliche Game Changer
Der Entwickler hat in den vergangenen Monaten immer wieder über soziale Medien kleine Teaser aus der laufenden Entwicklung veröffentlicht und damit die Neugier der Anwender geschickt hochgehalten. Mit dem Release 9.186 ist es nun so weit: Der S.A.T. Tracker verfügt erstmals über eine echte 3D‑View – und die ist nicht nur optisch ansprechend, sondern bringt auch einen echten Mehrwert.
Bisher begnügten sich viele SAT‑Programme mit einer eher simplen 3D‑Darstellung der Erde samt Satellitenbahnen im Orbit. Das konnte man anschauen, wirklich nutzen liess es sich aber kaum. CSN geht hier deutlich weiter: Die Erde wird sauber visualisiert, die Satelliten elegant im Orbit dargestellt – und sogar Sonne, Mond und ein stimmig animierter Sternenhintergrund sind mit an Bord. Das Ganze wirkt überraschend hochwertig und macht einfach Spass, sich darin umzusehen.
Und damit nicht genug.
Antennenkeule zum Anfassen
Neu simuliert die Applikation zusätzlich die Strahlungskeule der Antenne. Das vermittelt erstmals wirklich ein räumliches Gefühl dafür, was beim Tracking gerade passiert und wie sich Antennenausrichtung und Satellitenposition zueinander verhalten. Gerade für Einsteiger, aber auch für visuell denkende OMs, ist das extrem hilfreich.
Zwar lässt sich der Öffnungswinkel der Antenne aktuell noch nicht parametrisieren, weshalb die Darstellung eher als Indikator denn als präzises Abbild zu verstehen ist – nützlich ist sie trotzdem allemal. Ich ertappe mich jedenfalls immer wieder dabei, kurz in die 3D‑View zu wechseln, einfach um mir einen Überblick zu verschaffen.
Maintenance auf Knopfdruck
Nicht nur mir ist aufgefallen, dass der S.A.T. Tracker mit der Zeit etwas träge werden konnte. In der Vergangenheit half gelegentlich ein Factory Reset – wirklich elegant war das allerdings nie. Dass dies keine Dauerlösung sein kann, haben auch die Entwickler erkannt.
Neu findet sich unter „About“ ein eigener Maintenance‑Bereich, der bekannte Problemfelder gezielt und per Knopfdruck adressiert. Neben den klassischen Funktionen wie Reboot und Factory Reset gibt es jetzt auch:
- Force Firmware Download
- Format Filesystem
- Fix 3D View
Diese Werkzeuge haben bei mir genau das gebracht, was man sich davon erhofft: Der Tracker läuft wieder spürbar flüssiger – fast so, als käme er frisch aus der Schachtel.
Ausblick
Ich bin gespannt, was den Entwicklern künftig noch einfällt. Was ich persönlich vermisse, wäre eine Remote‑Unterstützung, etwa in Form einer PTT‑Steuerung, sowie ein virtueller VFO‑Knopf, der sich bequem mit der Maus bedienen lässt. Damit einhergehend wäre allerdings auch ein passwortgeschützter Zugriff wünschenswert, gerade wenn man aus dem eigenen Netz heraus arbeitet.
Eine offizielle Roadmap ist aktuell zwar nicht bekannt – doch das Update 9.186 zeigt eindrücklich, dass beim CSN S.A.T. noch lange nicht Schluss ist.
Quelle:
CSN SAT Tracker Webseite - http://www.csntechnologies.net/sat
CSN Changelog - http://www.csntechnologies.net/satchangelog

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Hanno, DK3HV (Sonntag, 03 Mai 2026 17:07)
Perfekte Zusammenfassung