Florida 2017

Der Entscheid viel kurzfristig für diese Reise. Aus beruflichen Gründen mussten wir in diesem Zeitraum mindestens eine Woche Ferien nehmen. Auf die Fasnacht hatten wir keine Lust. Und Skifahren irgendwie auch nicht.

Aber wohin im Monat Februar für 7-10 Tage?

 


Wir prüften die Möglichkeit auf den Bahamas (keine Antwort vom Ressort auf unsere Anfrage) und liebäugelten mit einer kurzen Cruise in Florida. Schliesslich hätten wir noch Anspruch auf eine Ermässigung bei der Carnival Cruiseline. Aber auch diese Idee liessen wir fallen.

Schlussendlich erinnerten wir uns an unsere grossartige Reise im Jahr 2009, als wir noch einen Abstecher auf die Florida Keys unternahmen.

Nach einer kurzen Anfrage bei den Florida Keys Divers bekamen wir innert kürzester Zeit ein Feedback mit allen notwendigen Angaben.

Das Hotel war dann auch rasch gebucht.

 

Anreise:

Wir hatten einen Nachmittagsflug mit der Swiss gebucht. So konnten wir noch gemütlich ausschlafen. Doch aufgeregt waren wir allemal. Der Grund: Space-X hat kurzfristig einen Raketenstart zu unseren Gunsten verschoben. Am Voraabend unserer Abreise haben wir das Hotel in Florida noch umbuchen können, damit wir morgens um 06:00 Uhr im Kennedy Space Center sein konnten. Tickets für den Start hatten wir noch ergattern können.

Der Flug mit der nigelnagelneuen Boeing 777 war kurzweilig. Die Plätze am Notaugang waren sehr grosszügig. Dank der Noise-Cancelling Kopfhörer konnten wir auch ein wenig schlafen. Am späteren Nachmittag sind wir in Miami gelandet. Mit etwas Geduld und dickem Nervenkostüm haben wir dann die Imigration ohne Probleme passiert und transferierten zur Autovermietung.

Wir konnten wieder einmal zwischen 3 Autos auswählen. Nach einem langen Flug hat man aber nicht so die Lust dazu, abzuwägen. Die Entscheidung viel rasch auf den Weissen Ford.

Wir haben voll die Rushhour von Miami erwischt. Trotz 6 Spuren standen wir einige Zeit lang im Stau und kamen nur langsam vorwärts. Als wir die Stadt verlassen konnten, genehmigten wir uns noch ein kurzer Snack im MC-Do (dass aller einzige Mal auf dieser Reise).

Die Müdigkeit war wohl dafür verantwortlich, dass wir die Abfahrt auf dem Freeway verpassten und den Turnpike erwischten. Und dieser führte uns vom Ziel weg. Über eine Stunde Umweg nahmen wir in Kauf und kamen so erst spät im Hotel an.

 

Kennedy Space Center

Der Wecker gönnte uns nur wenig Schlafenszeit. Nach 4,5 Stunden waren wir bereits wieder auf den Beinen, packten unser Auto und fuhren Richtung Titusville. Mit 10 Minuten Verspätung kamen wir beim Kennedy Space Center an. Der Stau war gross und wir mussten uns gedulden, bis wir das Parkgebühren bezahlen und unser Parkpaltz aufsuchen konnten.

Eine grosse Schlange war vom dem Securitiy Check. Nach 30 Minuten hatten wir auch diese gemeistert und liefen rasch zum Bus-Terminal. Von dort wurden wir zum Saturn V-Center gebracht, von wo aus wir den Start der Falcon-9 zur Raumstation ISS beobachten konnten. 

Wir nahmen auf der Tribüne Platz. Die Sonne ist gerade aufgegangen und es dauerte keine halbe Stunde, hatten wir schon ein grosses Bedürfnis uns mit Sonnencrème einzuschmieren. Wir mussten noch 2 Stunden bis zum Start warten. Währenddessen gab es eine Q&A-Session: Ein Experte beantwortete äussserst Kompetent die Fragen aus dem Publikum und kommentierte die Abläufe zum Start.

2 Minuten vor dem Start wuchs die Spannung unglaublich. Gerade hat Space-X noch 2 Softwareprobleme lösen können. Ohne diese hätte der Start nicht durchgeführt werden können.

Gespannt starrten wir auf die Startrampe in 5,5km Entfernung. Der Countdownsprecher wollte schon die letzten 15 Sekunden anzählen, als wir in der Ferne bei der Oberstufe eine dunkle Dampfwolke erkennen können, und Launch-Control darauf hin den Start abbrach.

Leider gab es kein zweites Startfenster an diesem Tag. Der Start wurde auf den Folgetag verschoben. Da haben wir leider schon andere Pläne, die wir nicht umwerfen wollten/konnten.

So haben wir noch die gigantische Saturn-V bewundert und dabei ein kleiner Lunch  genossen. ("Yes I'd said Lunch -not Launch" - so sollen die Alligatoren hier jedes Mal demonstrieren wenn gestartet wird)

Zurück beim Visitor-Center besuchten wir Space-Shuttle Atlantis. Wunderschön hat das Museum den Orbiter ausgestellt. Und man kann ihn beinahe berühren, so nah ist man an diesem Raumschiff. Viele Erinnerungen an die vergangen Missionen gehen da einem durch den Kopf. Zur Belohnung haben wir natürlich den Space-Shop geentert und uns mit einigen Space-Stuff eingedeckt.

Wir sattelten unseren Ford und überquerten Florida von Ost nach West. Christal River war die nächste Destination.

 

Schnorcheln mit Manatees

Neben den Eseln wohl das zweitwichtigste Tier von Daniela ist das Manatee. Die riesigen Seekühe sind so anmutig und sanft unterwegs - es ist jedesmal ein unglaubliches Erlebnis. Bei Fun2Dive hatten wir gebucht. Leider konnten unsere Freunde aus Florida uns an diesem Tag aus Familiären Gründen nicht besuchen. Wir hatten das ganze Boot gechartert. Und Fun2Dive kam uns entgegen und hat uns trotzdem den Preis der fehlenden Teilnehmer rückerstattet - was sie laut AGB nicht hätte tun müssen. Das war super Kulant. Und noch viel besser: Wir hatten das Boot für uns ganz alleine.

Wir hatten also den Captain und den Dive-Guide (oder besser Schnorchel-Guide) ganz für uns alleine. Was wir leider nicht wussten war, dass man den Gäste keine Flossen mehr gab. Das hat viele Gründe. Der wichtigste: Die Tiere werden nicht mehr von den Grabschern gejagt. Allerdings darf man nach wie vor die eigenen Flossen zur Ausfahrt mitnehmen.

So war es für uns sehr schwierig die Tiere zu fotografieren, da wir uns nicht in die richtige Posittion bringen konnten. Unser Guide war uns aber hilfreich und schob uns dabei immer in die richtige Position.

Die Sicht war nicht sehr berauschend - leider. Trotzdem konnten wir einige Manatees beobachten. Das war herrlich.

Nach ein paar Stunden war dieses Erlebnis wieder vorbei. Die Luft-Temperatur war auch nicht sehr besonders und wir waren froh, wieder warme Klamotten anziehen zu können.

Wir checkten bei der Basis aus. Und danach auch im Hotel, wo wir dankenswerter Weise auch einen Late-Chekout erhalten haben. So konnten wir nochmals duschen und umziehen. Danach fuhren wir erstmals in einer unseren Lieblingsrestaurants zum Frühstücken - dem Cracker-Barrel.

 

Via Naples zu den Florida Keys

Zuerst fuhren wir bei Tampa über die unglaublich grosse Brücke der Tampa Bay. Die Aussicht, die man für eine kurze Zeit geniessen kann, ist wunderschön - für den Beifahrer. Der Verkehr ist doch recht erheblich und man muss sich trotz der Verlockung auf die Geschehnisse konzentrieren. 

Unsere Strecke führte uns über Sarasota nach Naples. So gut es ging, fuhren wir eine Zeitlang über die Nebenstrassen und konnten so diese wunderschöne Gegend bestaunen. Es gab viel zu entdecken und zu bestaunen. Vor Jahren waren wir schon mal hier. Es ist gewaltig, wieviel die Amerikaner in so kurzer Zeit aus dem Boden gestampft haben.

Am frühen Abend trafen wir in Naples ein. Das Hotel haben wir erst kurz vorher im Internet heraus gesucht. Viele freie Zimmer gab es nicht in dieser Gegend. Lange haben wir darüber gerätselt. Erst Tage später wurde es uns bewusst, als die Berichte über den Presidents-Day im TV kamen. Da war klar, dass wir einer der begehrten Feiertage hatte, was die Preise in die Höhe und die Verfügbarkeit in Tiefe trieb.

Von Naples ging es am nächsten Tag weiter - jedoch ohne, dass wir vorher natürlich im Cracker Barell ein Frühstück gönnten. Danach führte und die Route quer durch die Everglades in Richtung Miami.

Einen Abstecher abseits der Route haben wir nicht geplant, resp. hätte nicht in den Zeitplan gepasst. Und sowieso behagt uns der Gedanke an einen Ausflug mit den lauten Airboats nicht. Wie wir feststellen konnten, gab es solche Anbieter zahlreiche links und rechts der Strecke. Wir durchuerten die Everglades ohne diese Attraktionen und bogen kurz vor Miami Richtung Süden zu den Keys ab.

Zahlreiche Gärtnereien säumten den Weg zu den Keys. Das Klima wurde immer wärmer und tropischer.

Anfang Nachmittag waren wir dann auch schon auf dem Long Key angekomme und wir checkten im Hotel ein.

Wunderschön gelegen am Strand mit einem herrlichem Ressort war es nun quasi unsere letzte Destination dieser Reise.

 

Tauchen auf den Keys:

Am nächsten Tag haben wir erst einmal ausgeschlafen, bevor wir das Frühstück-Buffet enterten. Dann gingen wir zurück aufs Zimmer, packten unser Logbuch und fuhren zur Tauchbasis. Wir checkten dort ein und liessen uns das weitere Vorgehen erklären.

Bereits am Nachmittag hatten wir unsere erste Ausfahrt.

Die Tage darauf waren wir regelmässig zum Tauchen unterwegs. Zwei mal pro Tag wird von den Florida Keys Diver eine Ausfahrt angeboten. Dabei werden sogenannte Doube-Tanks Tauchgänge angeboten. Also zwei Tauchgänge kurz hintereinander. Wir betauchten sehr schöne Riffe und konnten auch wieder einmal neue Lebewesen unter Wasser entdecken, welche wir auf unseren Tauch-Reisen bisher noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Dann gib es auch Zahlreich Wracks vor der Küste von Key Largo: Die Wracks der Duane, Eagle und Spiegel Grove konnten wir besuchen. 

Am zweiten Tag hatten wir an der Ankerboje das Schiff fest gemacht, als der Captain den Ausflug aus Sicherheitsgründen beenden musste. Ein Sturm zog schon letzte Nacht über die Keys und die nächste Front war im Anmarsch. Der Wellengang war hoch und die Strömung stark. Safty First und wir kehrten zur Basis zurück. Wir entschieden uns an diesem Tag, nach Key West zu fahren. Die Fahrt von gut 2 Stunden wurde auch zum kleinen Abenteuer, da die zweite Sturmfront aus der Fahrtrichtung zu uns kam und heftige Regenfälle verursachte. Zeitweise war nur noch Schritttempo möglich und man sah nur wenige Meter weit.

Kaum waren wir in Key West angelangt, drückte die Sonne durch die Wolken. Die Strassen waren aber stark überflutet und es dauerte eine Zeitlang, bis die Wassermassen ablaufen konnten. In einem Hafenrestaurant namen wir Platz und bestellten uns lokale Fischspezialiäten. Die Mischung zwischen amerikanischer Küche und grosse Einfluss der kreolischen Kulinarik war ein wahrer Genuss.

Während wir unser Mittagessen genossen, legten ein paar grosse Cruise-Liner an. Die Wege und Gassen f¨üllten sich rasch in der Gegend und als es so richtig schön und heiss wurde, zeigte sich Key West von der touristischen Sonnenseite.

Nach einigen Stunden kehrten wir zum Auto zurück und Fuhren Richtung Long Key zurück. Wir staunten über die schöne Gegend, die uns bei der Hinfahrt vor lauter Wassermassen verborgen war. 

Am nächsten Tag war das Tauchen nicht wirklich schön. Beim Eagle Wrack hatten wir Sichtweiten, wie wir sie in heimischen Gewässern hatten. Zum Glück konnten wir den Tauchgang auf Grund unserer Erfahrungen dann halt doch noch ein wenig geniessen.

Bei den Florida Keys Diver gibt es offiziell keine Dekompression-Tauchgänge. Ausser man verlangt diese als technischer Taucher und unterschreibt einige Haftungs-Ausschlüsse. Die Organisation an Board der Schiffe ist sehr gut und die Crew gibt sich grosse Mühe, damit alle auf ihre Kosten kommen. Für uns neu war, dass die Crew hier über Trinkgelder bezahlt wird. Das erklärt auch, warum bei den Florida Key Divers die Tauchausfahrten als solches verhältnismässig günstig sind. Als europäische Touristen ist es hier oft schwierig abschätzbar, was ein passendes Trinkgeld ist. Beobachtet haben wir dann, dass die übrigen Gästen zwischen 10-20 Dollar in die Kasse pro Ausfahrt schmissen...

Wir haben zahlreiche Fotos  geschossen und viel Spass bei den Tauchgängen gehabt. Doch nach fünf Tagen war auch dieses Abenteuer wieder vorüber.

 

Und wieder ab nach Hause

26h vor Abflug hatten wir auch den letzten Tauchgang abgeschlossen. So quasi auf den letzten Drücker. Nicht nur wegen der notwendigen Entsättigung von Stickstoff - auch unsere Tauchausrüstung musste noch trocknen damit das Gepäck  nicht zu schwer wird. Keine leichte Aufgabe in den feuchten Tropen. Aber wir haben es einigermassen hinbekommen, bevor es unser Arbeitstier  für Miami sattelten.

Auf dem Weg dort hin musste natürlich nochmals einen Besuch bei Cracker Barrel drin liegen. Diese im Home-Coocking Stil arbeitende Kette ist sehr gemütlich eingerichtet - und fast immer gerammelt voll. Da es Sonntag war, mussten wir sogar zum ersten Mal draussen auf den Schaukelstühlen warten. Aber das feine, leckere Essen hat das allemal entschädigt.

Die Rückgabe des Mietwagens war sehr unkompliziert und speditiv. Dafür hat sich die TSA bei der Security leider wieder einmal Mühe gegeben, etwas unkoordiniert zu arbeiten. Es ist Glücksache mit der TSA. Wir hatten schon super Security-Checks erlebt, anderes Mal  konnte man heulen, Naja, auch das haben wir überstanden und brachten alles unbeschadet in den Flieger.

Es war bereits Nacht, als unsere 777 der Swiss in den Nachthimmel von Miami abhob. Wunderschön war die nächtliche Skyline aus dem Flugzeugfenster zu beobachten.

Der Rückflug war wie der Hinflug: sehr ruhig. Etwas rütteln über Neu Fundland half beim Einschlafen. Über 4h konnten wir schlafen, Ein feines Frühstück kündigte die baldige Landung in Zürich an. Am späten Vormittag setzte unser Flieger auf. Etwas Verspätung hatten wir schon. Das lag am verspäteten Abflug in Miami - unsere Crew blieb tatsächlich im Verkehr stecken und kam zu spät am Gate an.

Mit dem Auto ging es wieder nach Hause. 

 

Und dieses Mal mussten wir und wir nicht fragen "Where do we go next?" - es ist schon klar. Wir freuen uns jetzt schon auf unseren jährlichen Besuch in El Hierro.